Marktinformationen

Immer besser im Geschäft

Dass der Chartermarkt auf einem guten Weg der Genesung sei, lasse sich nicht nur an steigenden Raten, längeren Befrachtungsperioden und insgesamt günstigeren Konditionen in den Charterpartien ablesen, schrieb das Branchenmagazin HANSA International Maritime Journal im Juni. Das Tempo des Ratenanstiegs habe sich seit dem letzten Marktbericht noch einmal beschleunigt. Für Feederschiffe - kleinere bis mittlere Containerschiffsgrößen im Zubringerdienst - müssen Befrachter von Abschluss zu Abschluss mehr zahlen: Die Containerfahrt lohne sich wieder.

Die Deutsche Verkehrszeitung (DVZ) berichtete Anfang Juni von kontinuierlich steigenden Ladungsmengen, weshalb sich Linienreeder weiter mit Chartertonnage eindecken. Der Containermarkt ziehe weiter an. Allerdings mahnte die DVZ noch zur Vorsicht und Zurückhaltung: Schiffseigner könnten mit zu hohen Ratenforderungen die Charterer vor den Kopf stoßen. Ende Juni meldete die DVZ einen zwar weiter steigenden, sich gegen Ende Juni aber verlangsamenden Aufwärtstrend der Fracht- und Charterraten bei weniger Abschlüssen in oberen Größenklassen. Kleinere Schiffe konnten hingegen zulegen.

Der Tägliche Hafenbericht (THB) stimmte Ende Juni eine optimistische Tonart an: Auf den internationalen Schifffahrtsmärkten herrsche wieder eine positive Grundstimmung. Zum einen liegen die sich stabilisierenden Finanzmärkte dem Aufschwung zugrunde; zum anderen müssen die Lagerbestände sowohl in den Industrienationen als auch in den Schwellenländern, nach dem allgemeinen Rückgang der Produktion, in diesem Jahr wieder verstärkt aufgebaut werden. Damit schreite die Normalisierung des weltweiten Warenhandels analog zur Erholung der Weltwirtschaft weiter voran, zitierte die Zeitung aus Branchenkreisen.

Insbesondere im Asienverkehr sei ein deutliches Aufstocken der angebotenen Transportkapazitäten durch Linienreeder festzustellen. Mit rund 2,9 Mio. TEU auf 388 Containerschiffen seien im April im Fernost-Europa-Verkehr 13 Prozent mehr Schiffe unterwegs gewesen als noch zum Jahresbeginn. Ende Juni waren laut AXS Alphaliner noch 192 Schiffe, nach Angaben des Schiffsmaklers Clarkson 2,9 Prozent der Containerschiffsflotte, mit einer gesamten Stellplatzkapazität von 380.000 TEU ohne Beschäftigung. Der THB zitiert die Experten von AXS Alphaliner, die in ihrer Flottenprojektion von einem Kapazitätsanstieg gegenüber Ende 2009 von 9,7 Prozent auf 14,31 Mio. TEU ausgehen. Laut Clarkson werde sich 2010 der weltweite Containerumschlag um 9,4 Prozent erhöhen, was jedoch nicht ausreiche, um den Volumenrückgang von 2009 voll auszugleichen. Erst 2011 dürfte wieder ein neuer Höchstwert erreicht werden.

Der Schiffsmakler Braemar Seascope meldete Anfang Juli 64 Schiffe mit einem Volumen von 106.000 TEU (Vormonat: 56/89.000 TEU), die bis dahin verschrottet worden seien. Obwohl der größte Teil der aufgestauten Verschrottungen aus den "ertragsstarken" Jahren von 2003 bis 2008 sich allmählich aufgelöst habe, rechne man damit, dass die Abbauaktivitäten noch bis ins nächste Jahr lebhaft bleiben. Unterdessen werde sich das Orderbuch, bedingt durch Stornierungen oder Verschiebungen bei den Ablieferungsterminen, um 29,2 Prozent auf den geringsten Stand seit Februar 2005 verkleinern, so der THB.

Die durchschnittlichen Ratensätze für 1.700-TEU-Typen mit Ladegeschirr, die häufig für Projektladung - alternative Stückgutfahrt mit Holz, Baumaterialien oder Schwergut - angeheuert wurden, lagen laut HANSA bei fast USD 6.000 pro Tag (Vormonat: USD 5.000). Der THB zitierte Ende Juni den Schiffsmakler Howe Robinson, der für Containerschiffe dieser Größe von Mai zum Juni einen Ratenzuwachs von 8,4 Prozent errechnete. Für Feeder mit 1.600 TEU ohne Ladegeschirr wurden Anfang Juni mit USD 5.700 am Tag um die 26 Prozent mehr bezahlt als noch kurz zuvor. In der Flotte von Hansa Hamburg fahren mehrere Containerschiffe mittlerer Größe mit einer Stellplatzkapazität um 1.700 und 1.600 TEU, die vom höheren Fracht- und Charterratenaufkommen profitieren können.

Quellen: Clarkson Research Services 25. Juni 2010; Braemar Seascope vom 2., 9. Juli 2010; HANSA Maritime Journal, Juni 2010; DVZ v. 8., 29. Juni 2010; THB v. 22., 23., 30. Juni 2010

Sommerloch mit stabilem Markt

Die Tankermärkte präsentierten sich zum Ende Juni stabil, berichtete die Deutsche Verkehrszeitung (DVZ). Am Persischen Golf sei so wenig Tonnage verfügbar, dass die Raten selbst bei geringeren Anfragen nicht nachgaben. Nach Europa und in die USA zogen die Preise sogar an. Es sollen bereits Schiffe weit im Voraus zu höheren Raten gechartert worden sein, zitiert die DVZ das Schifffahrtsunternehmen Clarksons. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko könne die Tonnagenachfrage vorantreiben, da Tiefseebohrungen verschoben und Importe in die USA eventuell verstärkt werden müssen.

Der Schiffsmakler ACM schrieb in einem Kommentar zum Öltankermarkt auch über das Thema "Deepwater Horizon". Ähnlich wie beim Tabakkonsum in den vergangenen Jahren sei nun eine Kampagne im Gange, um die Menschen aus ihrer Abhängigkeit vom Öl zu lösen. Allerdings könnten die Menschen, ganz im Gegensatz zum Verzicht auf Tabak, ihren Lebensstandard ohne Öl nicht weiter verbessern, so der Kommentar. Deswegen rechne man bei ACM damit, dass die Nachfrage nach Öl - parallel zum Wirtschaftswachstum in den sich entwickelnden Ländern Asiens - ebenfalls weiter steigen werde. Wegen der relativ geringen Mengen an eigenem Öl seien diese Wirtschaftsnationen gezwungen, sich mehr und mehr auf Importe zu stützen, und zwar langfristig auch im Hinblick auf das Einlagern von Rohöl. Insgesamt, so das Fazit, seien Tanker im Vergleich zu anderen Marktsegmenten mittelfristig besser im Rennen.

Fatih Birol, der Chefvolkswirt der Internationalen Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Ölpreise beeinflussen könnte, wenn die westliche Welt die Tiefseebohrungen einstellen würde. Dann könne sich die Abhängigkeit von den Förderländern der OPEC verstärken und das Öl verteuern, zitiert der Energie Informationsdienst (EID). Der Branchendienst schrieb Ende Juni, dass die IEA derzeit von einer Verlangsamung des globalen Ölnachfragewachstums ausgehe, da man die Zuwachsraten beispielsweise in China zu hoch angesetzt habe.

In der Präsentation ihres neuen "Medium-Term Oil & Gas Market Reports" Ende Juni sah die IEA die weltweite Ölnachfrage bis 2015 auf rund 92 mb/d (Fördermenge in Mio. Barrel pro Tag) ansteigen, ausgehend von geschätzten 86,4 mb/d in diesem Nachfrageszenario. Der Transportsektor werde 2015 einen Anteil an der Ölnachfrage von 61 Prozent haben (2009: 58 Prozent). Außerdem werde sich das Nachfragewachstum konzentrieren auf drei Regionen: Asien, Naher/Mittlerer Osten und Lateinamerika - Märkte mit hohem Subventionsanteil auf Ölprodukte. Asiens Nachfrage werde zwei Drittel am gesamten Nachfrageanstieg ausmachen. Die IEA wies jedoch auf die Schwierigkeiten bei der Einschätzung hin, da die Bedeutung entscheidender Faktoren über die Zeit variieren könne. "Diese Wachstumsprognosen sind nicht in Stein gemeißelt", erklärte Nobuo Tanaka, geschäftsführender Direktor der IEA, auf einer Pressekonferenz.

Der weltweite Handel mit Rohöl werde zwischen 2009 und 2014 um 2,6 mb/d ansteigen, was einer jährlichen Zunahme von 1,5 Prozent entspreche, heißt es im neuen Oil Market Report der IEA. Chinesische Importe, im vorletzten Jahr noch bei 3,6 mb/d, könnten bis 2014 auf eine Tagesration von 5,1 mb/d zulegen, während die anderen asiatischen Staaten über diesen Zeitraum um 0,8 mb/d auf dann 6,6 mb/d klettern. In den sogenannten Industrienationen der OECD-Staatengemeinschaft werde, wegen niedrigerer Nachfrage und neuer Raffineriekomplexe in anderen Regionen, das gehandelte Rohöl-Importvolumen wahrscheinlich eher sinken, heißt es bei der IEA.

Zur Flotte von Hansa Hamburg gehören moderne Doppelhüllentankschiffe verschiedener Größen, unter anderem Suezmax-, Panamax- bzw. LR1-Tanker. Der Schiffsmaklers ACM errechneten Anfang Juli für Tanker der Suezmax-Klasse eine Rate für eine Einjahreszeitcharter von USD 28.000 pro Tag (Vormonat: USD 28.500), für Panamax-Tanker unverändert USD 15.000 und für LR1-Tankschiffe ("coated") weiterhin unverändert USD 16.250. 170 Tanker mit einem Ladevolumen von über 8,3 Mio. tdw (Stand zum Anfang Juni: 155; 7,6 Mio) wurden nach Angaben des Maklerhauses Braemar Seascope bis Anfang Juli aus dem Markt genommen.

Quelle: Braemar Seascope Demometer v. 2., 9. Juli 2010; EIA, Medium-Term Oil & Gas Markets 2010 - Presentation; Press Conference; Oil Market Report; Oil Market Report - Highlights v. 10. Juni 2010; RS Platou Monthly, Juni 2010; ACM Period Report v. 2., 9. Juli 2010; EID 24/10 v. 14., 28. Juni 2010; DVZ v. 22. Juni 2010

Mehr Geld für die Urlaubskasse

Höchstpreise an Tankstellen - und schon drückt der erste Boxenstopp auf den Geldbeutel und trübt die Urlaubsstimmung. Wohl jeder Autofahrer hat zwar auf der Autobahn schon den Hinweis auf LPG-Zapfsäulen gesehen. Von den niedrigen Preisen - ein Liter Flüssiggas kostet im Vergleich zu Ottokraftstoffen nur rund die Hälfte - durch die Steuerbegünstigung bis Ende 2018 würden sie auch gern profitieren. Doch noch immer sind viele Autofahrer skeptisch, wenn es um das Zapfsäulennetz geht.

Mittlerweile ist die LPG-Versorgung in Deutschland und nahezu ganz Europa flächendeckend. Wer sich vor Urlaubsantritt davon überzeugen möchte, kann zum Beispiel auf der Internetseite www.autogastanken.de über die Tankmöglichkeiten in Europa informieren. Der LPG-Tankstellenatlas 2010/2011 ist darüber hinaus ein hilfreicher Reisebegleiter. Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) schreibt in seiner aktuellen Pressinfo von rund 400.000 LPG-betriebenen Fahrzeugen in Deutschland und etwa sechs Millionen in ganz Europa. Wegen des attraktiven Wegs aus der Benzinkostenfalle steige die Zahl der Fahrzeugzulassungen mit Autogasantrieb steil an. Der Verband spricht von derzeit 5.800 Zapfstationen. Deutschland als Automobil- und Transitnation spielt mit seinen Straßen sowie der Dichte des Versorgungsnetzes gerade zur Urlaubszeit regelmäßig eine zentrale Rolle.

Was selbst den letzten Zweifler überzeugen sollte: Sich für LPG als Kraftstoffalternative entscheiden heißt nicht, auf den gewohnten Ottokraftstoff verzichten zu müssen. Sogar während der Fahrt kann von Autogas auf Benzin umgeschaltet werden. Weitere Vorteile sind ebenfalls auf den Verbandsseiten zu finden. Die Urlaubskasse kann jedenfalls schon heute problemlos entlastet werden.

Der Sommer setzte sich, nach einem verhaltenen Juni, zum Monatswechsel für den Seehandel mit Petrochemikalien zumindest ermutigend fort. So konnten mehrere Geschäfte getätigt werden. Die Nachfrage in Argentinien und Venezuela sei momentan die treibende Kraft auf dem Ethylenmarkt, schrieb der Schiffsmakler Gibson Anfang Juli in seinem monatlichen Gasmarktreport. Für diese Regionen zeigten die Analysten verschiedene Potenziale auf. Auch das Hansa-Hamburg-Schiff MT "GasChem Pacific" war Ende Juni mit einer Ladung Ethylen in Richtung Argentinien unterwegs, meldeten die Makler aus dem Hause Lorentzen & Stemoco. Für den Petrochemikalientransport von Propylen und Butadien wurden ebenfalls Aktivitäten gemeldet.

Es habe sich gezeigt, dass selbst wenn der Markt sich kaum zu bewegen scheine, es doch immer wieder Möglichkeiten und Ladungsüberhänge gebe, um die vermeintlichen Lücken zu schließen, hieß es bei Gibson. Ungeachtet dessen müsse jedoch bedacht werden, dass die Seeschifffahrt ein langfristig ausgelegter Markt sei, so dass es schon einer kräftigen Aufschwungphase sowohl in der Produktion als auch in der Nachfrage bedürfe, um in diesem Sektor erneut durchzustarten. Die Experten des Schiffsmaklers Barry Rogliano Salles (BRS) waren in ihrer Einschätzung des Flüssiggasmarktes für diesen Sommer ebenfalls zurückhaltend.

Das norwegische Maklerhaus Lorentzen & Stemoco meldete Anfang Juli in seinem Gasreport, dass das brasilianische Petrochemikalienunternehmen Braskem den Flüssiggastanker MT "GasChem Pacific" für eine Reise mit den Chemikalien Buten und Butadien, den Ausgangsstoffen für die Kunststoffindustrie, vom brasilianischen Hafen Aratu in Richtung US-Küste gechartert habe. Das Tankschiff gehört zusammen mit dem baugleichen Schwesterschiff MT "GasChem Nordsee" zu einem Quartett von modernen neuen Flüssiggastankschiffen, die von der Papenburger Meyer-Werft gebaut wurden. Mit einem Ladevolumen von jeweils 17.000 Kubikmetern können sie in separaten Tanks Ethylen, Propylen, Butadien und andere Petrochemikalien sowie flüssiges Ammoniak, den Ausgangsstoff zur Herstellung von Düngemitteln, transportieren. Die Spezialtanker fahren in einem Beschäftigungspool und werden von der Hamburger Harpain Reederei betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen des Hamburger Schifffahrtsunternehmens Harpain Shipping GmbH und von Hansa Hamburg. Außerdem fährt in der Flotte von Hansa Hamburg der LPG-Tanker ("semi refrigerated") MT "Queen Zenobia" mit einem Fassungsvermögen von 22.800 Kubikmetern.

Für die neuen Tankschiffe mit einem Ladetankvolumen von 17.000 Kubikmetern, die dank modernster Standards und flexibler Pumpen- und Tanksysteme nach und nach kleinere Einheiten mit einem Ladetankvolumen von 8.000 Kubikmetern ("klassische" Ethylentanker) ersetzen können, werden bisher keine eigenen Raten ermittelt. Zum Vergleich: Das Maklerhaus Gibson berichtete für die Ethylentankschiffe mit einem Volumen von 8.000 Kubikmetern Anfang Juli weiterhin eine unveränderte monatliche Zeitcharterrate von USD 525.000. Der ebenfalls auf die Flüssiggastankschifffahrt spezialisierte Schiffsmakler Inge Steensland teilte für Gastankschiffe mit einer Kapazität zwischen 20.000 und 22.500 Kubikmetern ("semi refrigerated") zur gleichen Zeit ein unverändertes monatliches Zeitcharteräquivalent von USD 630.000 mit (Vormonat: USD 630.000).

Quelle: Inge Steensland, Gas Market Report 2. Juli 2010; Gibson Gas Report vom 2. Juli 2010; BRS LPG Tanker Newsletter Nr. 138, Juni 2010; Lorentzen & Stemoco v. 2., 9. Juli 2010; DVFG, Presseinfo Juni 2010; www.autogastanken.de