Containerschiffmarkt

Zukunftsperspektiven Hamburger Hafen

Über die Auszeichnung der Fachzeitschrift Asia Cargo News als "Best Seaport – Europe 2015" dürfte sich die Hamburger Hafenwirtschaft gefreut haben. Schließlich setzte sich der Hamburger Hafen gegen seine Konkurrenten Rotterdam und Le Havre durch. Dennoch: Allzu rosig sieht es derzeit für den Hafen der Hansestadt nicht aus. Der Containerumschlag sank gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um ganze 6,8 % und blieb somit auch im zweiten Quartal dieses Jahres hinter den Erwartungen zurück. Bereits im ersten Quartal musste der Containerumschlag einen Rückgang von 2,3 % hinnehmen. Die Gründe für den Rückgang auf insgesamt 4,5 Mio. Standardcontainer (TEU) im ersten Halbjahr sieht Axel Mattern, Vorstand des Hafen Hamburg Marketing, vor allem in der konjunkturellen Abkühlung in China sowie der Krise in Russland. Beide Länder gehörten in der Vergangenheit zu den wichtigsten Handelspartnern des Hamburger Hafens. Nun aber steckt Russland in der Rezession: Konsum- als auch Investitionsbereitschaft haben im Land deutlich nachgelassen. Die Handelssanktionen gegen Russland sowie der Verfall des Rubels sorgen für ein Übriges. Das Ergebnis spiegelt sich in einem um knapp 36 %igen Rückgang im Containerverkehr mit Hamburg wider.
Brenzlig könnte die Lage werden, wenn der fast seit neun Jahren andauernde juristische Marathon um die Frage zur Elbvertiefung mit einem "Nein" des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzigs endet. Die Meinungen, ob die Elbe nun eine Vertiefung nötig hat oder nicht, sind so unterschiedlich, wie die Menschen, denen man die Frage stellt. Von "nicht nötig" bis hin zu "unabdingbar, um wettbewerbsfähig zu bleiben" ist alles dabei.
Mit Spannung war deshalb das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) Anfang Juli zur sogenannten EU-Wasserrahmenrichtlinie erwartet worden. Das umfangreich ausformulierte Urteil hatte die Richter fast eineinhalb Jahre beschäftigt. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Gewässerschutz bei Entscheidungen zum Ausbaggern von Flüssen eine wichtige Rolle spielen muss. Dies bedeutet im Klartext: Die Wasserqualität darf sich nicht verschlechtern. Ausnahmen seien lediglich möglich, wenn der Eingriff in den Fluss "von übergeordnetem öffentlichen Interesse" wäre. Während die Stadt Hamburg die Elbe ausbaggern möchte, um Containerschiffe mit einem Tiefgang von bis zu 13,50 Metern von Ebbe und Flut unabhängig zu machen, versuchen Umweltverbände wie BUND, Nabu und WWF die Baggerarbeiten zu verhindern, da sie befürchten, dass das Ökosystem der Elbe irreparabel geschädigt wird. Eine endgültige und möglichst schnelle Klärung über eine Elbvertiefung ist aber dringend nötig, schon allein deshalb, um die Geduld internationaler Reedereien nicht noch weiter zu strapazieren. Diese sind darauf angewiesen, längerfristig die Routen ihrer mittlerweile riesigen Containerschiffe festzulegen und benötigen Planungssicherheit.

Tankermarkt

Der Rubel rollt...

... schon lange nicht mehr, die Russland-Krise hat das Land fest im Griff. Und auch die deutsche Wirtschaft bekommt die Folgen zu spüren, denn die Sanktionen des Westens greifen: Russland leidet – und Deutschland gleich mit. Dies geht aus einer Studie des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (Wifo) hervor. So gefährdet die Krise fast eine halbe Million Arbeitsplätze in Deutschland, europaweit rechnet man sogar mit dem Verlust von zwei Millionen Arbeitsplätzen und bis zu einhundert Milliarden Euro – wobei ca. 27 Milliarden Euro Verlust auf Deutschland entfallen.
Neben den westlichen Sanktionen aufgrund des Ukraine-Konfliktes setzt auch der niedrige Ölpreis Russland zusätzlich unter Druck. Die besten Zeiten für die Erdölwirtschaft des Landes scheinen vorüber zu sein. Um mehr als die Hälfte ist der durchschnittliche Preis für ein Fass der russischen Erdölsorte Urals im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr abgestürzt. Das hat gravierende Auswirkungen auf Rosneft und Lukoil, die beiden wichtigsten Erdölkonzerne Russlands. Sie gehören mit rund 10,7 Millionen geförderten Fass Erdöl am Tag zu den weltweit größten Produzenten.
Rosneft, der größte staatlich kontrollierte und börsennotierte Erdölkonzern der Welt (gemessen an seiner Fördermenge) meldete für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von 47 % auf 21 Milliarden Dollar. Lukoil, gleich hinter Rosneft der zweite der Branche, weist einen um 35 % niedrigeren Umsatz aus und beziffert diesen für das erste Quartal mit 23,3 Milliarden Dollar.

Produktentankermarkt

Cooking for Life

Kochen ist in manchen Gebieten dieser Welt ein gefährliches Unterfangen. Jeden Morgen entzünden Frauen weltweit Feuer, um für ihre Familien zu kochen oder ihre Häuser zu heizen, ohne zu ahnen, welche schweren gesundheitlichen Folgen dies für sie haben kann. So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März vergangenen Jahres Zahlen veröffentlicht, nach denen rund 3 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern noch mit Hilfe offener Feuerstellen oder einfachster Öfen kochen oder heizen. Dafür nutzen sie in der Regel Brennstoffe wie Holz, Kohle, Tierdung oder andere organische Abfälle, die nur unvollständig verbrennen und dabei Rauchgase entwickeln. Die entstehenden Rußpartikel sind so klein, dass sie beim Einatmen bis in die Lunge gelangen und dort schwere Schäden anrichten.
Um eben dies zu verhindern und auf die Gefahren sowie mögliche Alternativen hinzuweisen, hat der Weltflüssiggasverband (WLPGA) die Kampagne "Cooking for Life" ins Leben gerufen. Mit der Kampagne möchte er in Zusammenarbeit mit der WHO erreichen, dass bis zum Jahr 2030 rund eine Milliarde Menschen vom traditionellen "ungesunden" Kochen auf schadstofffreies "sauberes" Kochen umsteigt. Mit Hilfe des Flüssiggases LPG (Liquefied Petroleum Gas), das als Nebenprodukt bei der Erdölproduktion entsteht, kann dies durchaus gelingen. Das Gas verbrennt höchst effektiv mit nur sehr geringen Emissionen und nahezu rußfrei. Ein Vorteil für Menschen und Umwelt gleichermaßen. Die Gasflaschen lassen sich unkompliziert und sicher mittels Lastwagen auch an die Orte transportieren, die über keine besondere Infrastruktur wie z.B. bestehende Gasleitungen oder Stromnetze verfügen.
Wie wichtig ein Umdenken und Hilfe zu verändertem Verhalten ist, zeigen die Zahlen der Todesfälle, die durch giftige Raumluft beim Kochen entstehen. Sie sind alarmierend hoch: Mehr als 4 Millionen Menschen sterben jährlich laut einer Studie des Weltflüssiggasverbandes an den Folgen der Krankheiten, die durch das Einatmen der tödlichen Luft entstehen. Das sind mehr Menschen, als an Malaria, HIV/Aids und Tuberkulose zusammen sterben.