Containerschiffmarkt

Konjunktur leicht geknickt

"Unter düsterem Konjunkturhimmel", "Absturz in Sicht" oder auch "Alarmstufe: Rot" – so titelten FAZ, Süddeutsche (online) und das Handelsblatt (online) während der letzten Wochen. Die Botschaft scheint klar: Es geht abwärts mit der Konjunktur. Ausgangspunkt dieser Hiobs-Botschaften waren zunächst diverse Prognosen verschiedener Wirtschaftsforschungsinstitute sowie des Internationalen Währungsfonds. Sie alle korrigierten die Prognosen für das Wirtschaftswachstum der Jahre 2014 und 2015 deutlich nach unten. Wenige Tage später folgte auch die Bundesregierung der einhelligen Meinung der Wirtschaftsforscher und rechnet jetzt nur noch mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 1,2% im Jahr 2014 und 1,3% im Jahr 2015. Im Frühjahr sahen die Zahlen mit 1,8% (2014) und 2,0% (2015) noch deutlich rosiger aus. So ganz überraschend komme das nicht, behauptet die Süddeutsche Zeitung. Frühindikatoren hätten bereits lange darauf hingewiesen, dass es mit der Wirtschaft nicht zum Besten stehe. So sei beispielsweise das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober zum sechsten Mal in Folge nach unten gegangen, ebenso wie zahlreiche Konjunkturprognosen, die während des gesamten Jahres immer wieder korrigiert werden mussten. Und auch die Aufträge in der Industrie brachen weg, allein im August betrug das Minus 5,7%. Anzeichen mag es gegeben haben – dennoch kam die Konjunkturdelle für manchen Politiker wohl doch überraschend. Obwohl die Politik, darf man den Wirtschaftsforschungsinstituten glauben, einen Großteil der Verantwortung trägt. So geht eines der renommiertesten Konjunktur-Gutachten, die Gemeinschaftsdiagnose des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), des IWH (Institut für Wirtschafsforschung Halle), des ifo-Institutes sowie des RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung), hart mit den politischen Entscheidungen der Großen Koalition ins Gericht: Neben geopolitischen Faktoren wie z.B. der Russland-Ukraine-Krise, der Ebola-Epidemie oder dem IS-Terror in Nahost seien es eben auch die innenpolitischen Entscheidungen, die das Wachstum bremsen und Investitionen verhindern würden: "Zwar gehen von der Finanzpolitik, gemessen an den diskretionären Maßnahmen, expansive Impulse aus, doch wirken das Rentenpaket und die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns wachstumshemmend. Auch nutzt die Bundesregierung ihren finanziellen Spielraum zu wenig für investive Zwecke. All dies wirkt sich wohl negativ auf die private Investitionsneigung aus."

Tankermarkt

Heizen was das Zeug hält!

Der Übergang von Sommer auf Herbst kam in diesem Jahr zwar spät, dafür besonders nachdrücklich: Eben noch waren die Eiscafés und Strände gut besucht und die Temperaturen kletterten über 20 ℃. Einen Tag später, passend zum Wochenbeginn: Kälte, Wolken, Regen. Und damit der Startschuss für die Heizperiode. Den Verbrauchern dürfte das in diesem Jahr kein allzu großes Kopfzerbrechen bereiten. Zwar war der Preis für Heizöl seit Mitte der 90er Jahre von 21,9 Cent pro Liter auf 88,1 Cent pro Liter im Jahr 2012 angestiegen; seitdem allerdings fällt er, laut Handelsblatt von 2012 auf 2013 im Durchschnitt um 6%. Das Statistik-Portal statista.de prognostiziert für das Jahr 2014 einen Durchschnittspreis von 78,6 Cent pro Liter. Ein Blick auf den Rohölmarkt zeigt, dass damit nicht einmal die Talsohle erreicht sein muss. Wie bereits im letzten Newsletter berichtet, ist der Ölpreis nach wie vor stark unter Druck. Seit Sommer dieses Jahres haben die Preise bereits um 25% nachgegeben, in der vorletzten Woche hatte die für Europa wichtigste Rohölsorte Brent ein Vier-Jahres-Tief von 82,60 USD erreicht. Das freut natürlich Heizölkäufer und Autofahrer – das durch Sanktionen bereits angeschlagene Russland hingegen ist überhaupt nicht begeistert. Laut Stuttgarter Zeitung halten sich dort hartnäckig Gerüchte, wonach die USA und ihr Verbündeter Saudi-Arabien das Öl-Angebot absichtlich hoch und den Preis niedrig halten, um Russland zu schaden. Wenn dem tatsächlich so wäre, spielen die USA damit ein gefährliches Spiel: Denn das sogenannte "Fracking", das für den derzeitigen Öl-Boom in den USA sorgt, lohnt sich nur ab einem bestimmten Preis. Fällt der Wert eines Barrels Öl unter 70 USD, müssten die USA die Förderung einstellen oder ein Minusgeschäft hinnehmen.

Flüssiggastankermarkt

Ethan geladen, Ethan getankt

Ein bisschen flanieren und ein kleiner Snack in der "Strandperle" – so hatten sich die Besucher des Hamburger Elbstrands den Abend Anfang Oktober vorgestellt. Stattdessen standen sie in einer schwarzen Rußwolke, die einen Großeinsatz der Hamburger Polizei und sogar Feueralarm in einer Altonaer Klinik auslöste. Schuld an dem dunklen Qualm war der Containerfrachter "Yang Ming Utmost", der gerade den Hamburger Hafen gen Rotterdam verließ. Dass die Maschinenbesatzung verbotenerweise bereits im Hafengebiet von schwefelarmem Treibstoff auf Schweröl umgestellt haben soll, hat sich in den Medien zwar wie ein Lauffeuer verbreitet, eine Ente war es aber natürlich trotzdem. Schließlich werden die Hauptmaschinen von Seeschiffen immer (noch) mit Schweröl betrieben; nur wenn sie am Kai liegen, stellen sie auf emissionsarmen Kraftstoff um. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die Rauchwolke durch einen technischen Defekt am Vorgebläse verursacht wurde. Dadurch kam es zur einer Unterversorgung des Motors mit Frischluft, was wiederum zu einer unvollständigen Verbrennung mit starker Rußentwicklung führte. Solche Fälle sind äußerst selten, aber sie führen immer wieder sehr plastisch vor Augen, dass ein einzelnes Schiff reichlich Dreck verursachen kann. Dennoch gilt die Transportmethode Schiff noch immer als relativ umweltfreundlich, da den hohen Emissionen noch höhere Frachten entgegenstehen. Um die Schadstoffe wie z.B. Schwefeloxid, Stickoxid, Feinstaub und CO2 weiter zu reduzieren, gelten an Küsten und in Häfen sowie in Nord- und Ostsee bereits jetzt gesetzliche Höchstwerte, die ab Januar 2015 noch einmal strenger werden.