Containerschiffmarkt

In schneller Folge

„Jede Generation ist eine Fortsetzung der andern und ist verantwortlich für ihre Taten.” Dieses Zitat stammt von Heinrich Heine (1797–1856) und garantiert hat er dabei nicht an Schiffe oder Reedereien gedacht. Dennoch lässt sich zu diesen ein Zusammenhang herstellen, schließlich steuern wir in schneller Folge mittlerweile auf die achte Generation von Containerschiffen zu – jede eine Fortsetzung bzw. Weiterentwicklung der vorangegangenen – inklusive ihrer zukünftigen Chancen und Risiken. Eine verbindliche Einteilung der Schiffe in Generationen z.B. durch eine offizielle Institution wie den Germanischen Lloyd existiert nicht – was erklärt, weshalb es je nach Quelle zu feinen Unterschieden bei Angaben wie Jahreszahlen und Ladevolumen der Schiffe kommt. Die folgende Auflistung soll aber einen Überblick über die verschiedenen Generationen in der Containerschifffahrt vermitteln. 1. Generation: Das erste Containerschiff, ein alter umgebauter Weltkriegstanker namens „Ideal” stach im April 1956 in See und ist damit der Urahn aller Containerschiffe. Ganze 58 selbstkonstruierte Stahlkisten, von einem US-amerikanischen Spediteur entwickelte Vorläufer des Containers, wurden mit dem in „Ideal X” umbenannten Schiff auf die Reise von New Jersey nach Texas geschickt. Am Ende der ersten Generation wiesen die Schiffe eine Länge von 180 Metern und eine Breite von bis zu 25 Metern auf. Ihr Tiefgang war mit rund neun Metern noch relativ gering, ihr Ladevolumen lag bereits zwischen 500 und 800 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, Norm für einen 20 Fuß Standardcontainer).

Tankermarkt

Pulverfass Venezuela

Noch 2012 zählten die Einwohner Venezuelas laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup zu den glücklichsten der Welt – die heutige Wirklichkeit hat damit nichts mehr zu tun und dürfte sich ins Gegenteil verkehrt haben. Das Land befindet sich bereits vier Monate im Ausnahmezustand. Seit 2014 wird es von Nicolás Maduro regiert, der den langsamen Niedergang des ölreichsten Landes der Welt mit zu verantworten hat. Der sinkende Ölpreis in Kombination mit einer jahrelangen Misswirtschaft setzte die Abwärtsspirale in Gang. Das Ergebnis: Das lateinamerikanische Land steckt in einer schweren wirtschaftlichen sowie politischen Krise. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) befindet sich im freien Fall: Noch 2012 erreichte es ein letztes Plus von 5,6 % zum Vorjahr – um in den Folgejahren kontinuierlich zu sinken. So ging das BIP 2015 um 6,2 % zurück, 2016 gar um 18,0 %. Außerdem leidet das Land unter einer hohen Korruption: Im weltweiten Korruptionsindex steht Venezuela auf Rang 166 von insgesamt 176 (zum Vergleich: Deutschland befindet sich auf Platz 10). Ein weiteres Problem stellt die extreme Inflation dar: Nicolás Maduro ließ in der Vergangenheit massiv Geld drucken, um die Schulden seines Landes im Ausland bezahlen zu können. Dies hatte eine Inflation zur Folge, die zu einem nahezu wertlosen Bolivar Fuerte (Landeswährung) führte und die Investitionen ausländischer Unternehmen vernichtete.

Flüssiggastankermarkt

Beziehungsstress

In einer langen Beziehung lässt sich ein „Auf und Ab” häufig nicht vermeiden. Dies scheint nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen zu gelten, sondern lässt sich sogar auf Staaten übertragen. So wie zum Beispiel auf Deutschland und die Türkei: Beide Länder verbinden jahrzehntelange und intensive Beziehungen miteinander, die zum Teil sogar Jahrhunderte zurückreichen. Momentan allerdings kracht es gewaltig. Einen Meilenstein für die Kooperation beider Staaten bildete das im Jahr 1961 – und damit vor mehr als einem halben Jahrhundert – unterzeichnete Anwerbeabkommen, das „Gastarbeiter” aus der Türkei zur Zeit des Wirtschaftswunders nach Deutschland holte. Denn zu dieser Zeit litt die türkische Bevölkerung unter einer hohen Arbeitslosigkeit, während Deutschland dringend nach Arbeitskräften suchte. Damals gingen sowohl die Bundesrepublik als auch die Gastarbeiter noch davon aus, dass ihr Aufenthalt in Deutschland nur vorübergehender Natur und nicht dauerhaft sein würde. Dass dem nicht so war, verdeutlichen die mittlerweile fast drei Millionen Menschen türkischer Herkunft, die oft schon in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben. Rund die Hälfte von ihnen besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit, was die gewachsenen bilateralen Beziehungen beider Länder veranschaulicht. Inzwischen werden mehr als 80.000 Unternehmen von Türkischstämmigen in Deutschland betrieben, deren 400.000 Mitarbeiter insgesamt rund 36 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaften. Dies zeigt, wie groß die wirtschaftliche Bedeutung der ehemaligen Zuwanderungsgruppe heute ist.