Containerschiffmarkt

Das Geschäft mit der Kälte – Tiefkühlkost wird 85 Jahre

Was am 6. März 1930 in einem kleinen Lebensmittelgeschäft in den USA seinen Anfang nahm, feiert in diesem Monat seinen 85sten Geburtstag: schockgefrostete Tiefkühlkost. Für die meisten Verbraucher kaum noch vorstellbar ist ein Leben ohne tiefgefrorene Pizza, Rahmspinat oder Rindfleisch aus Argentinien. Immerhin liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlkost in Deutschland laut einer Pressemitteilung des Deutschen Tiefkühlinstitutes über 41 kg im Jahr. Ermöglicht hat dies erst die Erfindung des amerikanischen Meeresbiologen Clarence Birdseye. Dieser beobachtete auf seinen Forschungsreisen (1915-1922) nach Labrador und Neufundland die einheimischen Eskimos (Inuits) dabei, wie sie ihre frischen Lebensmittel in den bis zu minus 45 Grad Celsius kalten Wind hängten. Innerhalb kürzester Zeit waren Fisch oder Fleisch tiefgefroren – hielten sich den gesamten Winter und schmeckten nach dem Auftauen selbst nach Wochen bzw. Monaten noch genauso frisch wie gerade erst gefangen und erlegt. Mit gerade einmal sieben Dollar Startkapital begann Clarence Birdseye zu tüfteln, bis es ihm schließlich mit Hilfe von Eis, Salz und einem Ventilator gelang, Lebensmittel schockzufrosten.

Tankermarkt

Bei Einkauf: Fingerabdruck

Während der Absturz des Ölpreises an deutschen Tankstellen für Jubel sorgt, bugsiert er Venezuela an den finanziellen Abgrund. Die wirtschaftliche Lage des erdölreichsten Landes der Welt hat sich dramatisch verschlechtert, ist es doch vollkommen abhängig von den Einnahmen des "schwarzen Goldes" und dessen Wertverlust lässt den Bolivar im freien Fall zurück. In den vergangenen zwölf Monaten hat er bereits 72 % an Wert verloren. Der derzeitige Preis venezolanischen Erdöls liegt bei 45 Dollar je Barrel und verursacht weiter ein enormes Verlustgeschäft. Nun versucht Venezuelas Präsident Nicolás Maduro, mit Fingerabdruckscannern Panikkäufe zu verhindern – um die Verbraucher am Horten von Gütern zu hindern. Doch viele Bürger stehen schon jetzt umsonst in langen Schlangen vor den Supermärkten an, deren Regale zum Teil leer bleiben. Grundnahrungsmittel wie Milch und Mehl sind knapp, die Kosten für den Nahrungsmittelkorb laut Angaben des venezolanischen Nationalen Instituts für Statistik im Vergleich zum Vormonat um 8,3 % gestiegen. Die neuesten Daten des "Instituto Nacional de Estadística" belegen, dass die Kosten für Grundnahrungsmittel seit Februar letzten Jahres um 122,1 % gestiegen sind. Um die Dinge des täglichen Lebens zu erwerben, müssen die Venezolaner derzeit 3,5 Mal den Mindestlohn aufbringen. Schlechte Zeiten - so schlecht - dass die Zentralbank von Venezuela seit zwei Monaten die Zahlen des nationalen Verbraucherindex (CPI) nicht mehr veröffentlicht. Obwohl sie per Gesetz dazu verpflichtet ist, hält die Institution die Inflationsraten zurück. Laut Berechnungen unabhängiger Wirtschaftsexperten lag die Inflation im Januar bei 12 % und wird voraussichtlich bis Ende 2015 auf 110 % steigen. Um die horrend hohen Wertverluste zumindest ein wenig abzumildern, hat Präsident Maduro für viele Güter Höchstpreise festgelegt – mit der Folge, dass sich die Produktion für heimische Firmen nicht lohnt und sich der Import der Güter rasant verteuert – so bleiben die Regale auch weiterhin leer.

Olympia in Hamburg

Wir sind Feuer und Flamme

Ein Lichtermeer aus Laternen, Fackeln und Kerzen von 20.000 Hamburgern rund um die Binnenalster zeugte am 20. Februar von deren Begeisterung für Olympia. Diese Zustimmung von Seiten der Bevölkerung überzeugte letztendlich, neben neun weiteren zu erfüllenden Kriterien, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und ließen ihn geschlossen und einstimmig für eine Bewerbung Hamburgs stimmen. Doch nicht allen ist zum Jubeln: Schiffsmakler und Unternehmen der Hafenwirtschaft befürchten Probleme durch massive Umstrukturierungen und Wohnbebauung im Hafengebiet im Zuge der olympischen Spiele. Für die Hansestadt ist es das erste Mal, dass sie sich für dieses sportliche Großereignis bewerben darf. Zur Freude von Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, der davon überzeugt ist, dass die Bewerbung genau zur Reformagenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) passte: weg vom Gigantismus hin zu Nachhaltigkeit und Solidität. Doch noch hat Hamburg nicht den Zuschlag, die Stadt muss erst noch im internationalen Wettbewerb überzeugen. Boston und Rom haben bereits ihre Kandidatur angekündigt, darüber hinaus werden Paris, Durban (Südafrika), Istanbul, Doho (Katar) sowie Baku (Aserbaidschan) als weitere potentielle Kandidaten gehandelt. Während Boston als größter Konkurrent für Deutschland gilt, mehren sich die Zeichen dafür, dass dort der Widerstand gegen Olympia wächst. So haben aktuelle Umfragen ergeben, dass in Boston nur noch 36 % der Bevölkerung die Spiele unterstützen. Nun ist eine Volksbefragung geplant.