Containermarkt

Wie viel wiegst Du?

Eine Frage, die man vielleicht nicht unbedingt einer Frau stellen sollte, die aber im Bereich der Containerschifffahrt ab dem 1. Juli 2016 durchaus ihre Berechtigung hat. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) schreibt ab Mitte des Jahres verbindlich vor, dass das Gewicht jedes zum Export bestimmten Containers überprüft werden muss, bevor dieser auf ein Schiff verladen wird. Geregelt wird dies in der überarbeiteten maritimen Sicherheitsvorschrift SOLAS (Safety of Life at Sea) zum Schutz des menschlichen Lebens auf See – und stellt damit die gesamte Transportbranche vor große Herausforderungen.
Nach dem Wiegen müssen die Daten exakt und sicher in elektronischer Form an den Reeder weitergegeben werden. So soll erreicht werden, dass die Container optimal auf dem Schiff gestaut werden können und somit die Risiken in der Containerschifffahrt deutlich reduziert werden. Durch falsche Angaben bezüglich des Containergewichtes war es in der Vergangenheit immer wieder zu Zwischenfällen gekommen. Beschädigte oder verlorengegangene Container, meist aufgrund schwerer Stürme auf hoher See, waren die Folge. Fehlt den Schiffsplanern das richtige Gewicht – inklusive Verpackungsmaterialien, Paletten, schweren Holzbohlen oder Brettern zur Ladungssicherung –, so existieren keine verlässlichen Angaben für eine sichere Stauplanung.
Schon kleine Abweichungen können schwere Folgen haben: Selbst wenn jeder Container nur rund 10% mehr Gewicht enthielte als angegeben – bei einem Schiff mit 10.000 Containern ist die Gesamtabweichung beträchtlich und führt unweigerlich zu Stabilitätsproblemen.

Tankermarkt

Ecuador – Land der Vulkane, Erdbeben und des Öls

Der kleine Andenstaat, benannt nach seiner Lage unter dem Äquator, kann sich damit rühmen, geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch eines der vielfältigsten Länder der Erde zu sein. Er ist der „kleine Nachbar” von Peru, Kolumbien und dem stillen Ozean und das Land, in dem sich die nach Alexander von Humboldt benannte „Allee der Vulkane” befindet – eine Strecke von rund 300 Kilometern, auf der sich 22 der insgesamt 73 Vulkane Ecuadors befinden. Neun von ihnen sind heute noch aktiv und potenziell in der Lage Erdbeben hervorzurufen. Erst Mitte April starben bei einem solchen Beben der Stärke 7,8 rund 650 Menschen. Nur einen Monat später, am 18. Mai, erschütterte erneut ein Beben das Land, diesmal die Küstenregion der Provinz Esmeraldas.
Das im Westen von Südamerika gelegene Land mit seinen rund 15,6 Millionen Einwohnern verfügt über einen relativ hohen Lebensstandard – finanziert aufgrund seiner nicht unbeachtlichen Erdölreserven. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf betrug 2014 rund 6.300 US-Dollar. Doch die Abhängigkeit vom schwarzen Gold ist Fluch und Segen zugleich. In Zeiten hoher Ölpreise profitierte das OPEC-Land – derzeit leidet es wie alle anderen erdölfördernden Länder unter dem Überangebot und den damit einhergehenden niedrigen Preisen. Waren in den Jahren zuvor aufgrund der hohen Erdölexporterlöse noch umfangreiche Investitionen der Regierung in die Infrastruktur möglich, so mussten diese im vergangenen Jahr empfindliche Kürzungen hinnehmen. Statt der noch 2014 rund 4,3 Mrd. US-Dollar erwirtschafteten Nettoerlöse durch den Erdölexport wurden 2015 nur noch 2,9 Mrd. US-Dollar erzielt. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb die Regierung es sich zu ihrem wirtschaftlichen Hauptziel erklärt hat, die Abhängigkeit des Landes vom Erdölsektor zu reduzieren und die Wirtschaft auf eine breitere industrielle Basis zu stellen.
Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner des Landes und gleichzeitig bedeutendster Exporteur nach Ecuador. Laut Statistischem Bundesamt betrug der Wert deutscher Exporte im Jahr 2015 rund 417 Mio. Euro. Im selben Zeitraum wurden Waren im Wert von rund 500 Mio. Euro nach Deutschland importiert. Ecuador beliefert Deutschland mit Fisch, Meeresfrüchten, Kaffee und Kakao, vor allem aber mit Südfrüchten. Es ist der größte Bananenlieferant für Deutschland, während dieses vor allem Maschinen, pharmazeutische Produkte und medizinisches Gerät dorthin exportiert.

Wirtschaft

IN or OUT?

Am 23. Juni ist es soweit: Dann stimmen die Briten per Referendum darüber ab, ob sie in der EU bleiben werden. Der britische Volksentscheid ist in der Geschichte der EU beispiellos. Kein langjähriger Mitgliedstaat hatte je zuvor seine Bürger über einen potentiellen Austritt aus dem Staatenverbund abstimmen lassen.
Die Wirtschaft bekommt dies schon jetzt negativ zu spüren. Seit Monaten steht das britische Pfund unter Druck. Schon im Februar dieses Jahres fiel die Währung auf unter 1,39 Dollar – und war damit so schwach wie zuletzt zur Weltfinanzkrise im Jahr 2009. Im Falle eines tatsächlichen EU-Austritts rechnen einige Analysten mit einem Fall des Pfunds auf 1,20 Dollar.
Während sich Experten, Ökonomen sowie internationale Institutionen mit Studien und Warnungen derzeit geradezu überschlagen, zeigt sich das britische Volk noch weitgehend unentschlossen, der Ausgang des fast vier Wochen entfernten Referendums dürfte äußerst knapp werden. Prognostiziert ist ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen von EU-Befürwortern und -Gegnern.