Containerschiffmarkt

Deutsche Unternehmen suchen nach Neugeschäft.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – bekannt als die fünf Wirtschaftsweisen – ist seit 1963 per Gesetz mit der periodischen Begutachtung der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung betraut. So regelt Paragraph 6 des Gesetzes die Erstellung von Jahresgutachten mit den Wirtschaftsaussichten für das folgende Jahr und deren Vorlage bei der Bundesregierung regelmäßig bis zum 15. November jedes Jahres. Weiter ist geregelt, dass spätestens nach acht Wochen wiederum die Bundesregierung dazu Stellung nehmen und ihre Schlussfolgerungen darlegen muss. – Alles in allem haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Wirtschaftsweisen für den Blick auf die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands ein nicht zu unterschätzendes Gewicht.
Im März hat diese Instanz ihre Konjunkturprognose des letzten Jahresgutachtens aktualisiert: Für 2014 hebt der Sachverständigenrat seine Erwartungen über den Zuwachs der deutschen Wirtschaftsleistung gegenüber dem Jahresgutachten um 0,3% auf 1,9% an. Im Vorjahr lagen die Wachstumserwartungen bei 0,4%.
Als Gründe für die sich abzeichnende stärkere Konjunktur in Deutschland nannten die Weisen positive Wachstumsimpulse durch höhere private Konsumausgaben; außerdem werde der Außenbeitrag entgegen der vorausgegangenen Prognose im Ergebnis leicht besser ausfallen. Auch für den Euro-Raum zeichne sich eine günstigere Entwicklung ab: Die Experten korrigierten ihre Erwartungen des durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukts für 2014 von 1,1% auf 1,3%.

Öltankermarkt

Sanktionen gegen Russland?

Bei allem Für und Wider von Sanktionen: Es geht vor allem um die Menschen, die in der Ukraine leben. – Im Spannungsfeld zwischen der Ukraine und Russland werden neben Handelsbeschränkungen auch Öl- und Gaslieferungen als Druckmittel genannt. Mögliches Szenario: Russland droht einerseits mit einem Stopp seiner Lieferungen, während andererseits vor allem die Europäische Union (EU) die Abnahme und Zahlung von russischem Öl und Gas verweigert.
Die globale Ölnachfrage zeigt sich von den politischen Spannungen – noch – unbeeindruckt. Die Internationale Energieagentur (IEA) hob ihre Prognose für 2014 im März gegenüber dem Vormonat leicht an und rechnet 2014 mit einem Anstieg der globalen Ölnachfrage um 1,4 Mio. Barrel pro Tag (mb/d) auf durchschnittlich 92,7 mb/d. Ursächlich für den höheren Ölverbrauch sei die 2014 erwartete Verbesserung der Weltwirtschaftssituation vor allem in den großen, als entwickelt geltenden Industrienationen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), schreibt die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (OPEC).
Die Annahme einer wirtschaftlichen Verbesserung werde trotz einiger relevanter negativer Indikatoren aufrechterhalten: Leichte Schwächen im wirtschaftlichen Entwicklungsprozess zeigten zum Jahresauftakt die USA und China, so die OPEC. Allerdings seien die Hauptgründe wahrscheinlich zeitlich begrenzte Faktoren wie der extrem kalte Winter sowie die mehrwöchigen Aktivitäten zum Chinesischen Neujahrsfest. Hinzu kommen die Aussichten auf eine Mehrwertsteuererhöhung in Japan, die weiterhin zu lösenden Herausforderungen bezüglich des Binnenkonsums in Brasilien sowie jüngst die geopolitische Entwicklung in der Ukraine.

Flüssiggastankermarkt

Kunstharz aus der deutschen Provinz

Kennen Sie Piesteritz? Noch nie gehört? – Piesteritz ist ein bedeutender Industriestandort und Teil der Lutherstadt Wittenberge in Sachsen-Anhalt. Die heutigen SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH (SKW Piesteritz) waren 1915 als Reichsstickstoffwerke gegründet worden. Auf dem 220 Hektar großen Gelände befindet sich der bundesweit einzige Agro-Chemie-Park mit über 30 Unternehmen. Das Portfolio der SKW Piesteritz umfasst zahlreiche Spezialprodukte der Agro- und Industriechemie, die auf den Grundchemikalien Ammoniak, Salpetersäure und Harnstoff basieren. Harnstoff ist der Rohstoff zur Herstellung von 2,4,6-Triamino-1,3,5-triazin, Summenformel C3H6N6, eher bekannt als Melamin.
Die größte deutsche Melaminanlage steht ebenfalls auf dem Gelände in Piesteritz. Sie gehört zu dem auf diesem Gebiet in Europa führenden Unternehmen AMI Borealis Agrolinz Melamin, der Tochter des österreichischen Konzerns Borealis AG, einem der weltweit größten Hersteller petrochemischer Produkte. Melamin entsteht durch die Trimerisierung von Harnstoff: Unter Hoch- und Niederdruck werden drei Monomere (Sticksoff) zu einem Trimer (Melamin) verbunden.
Melamin, 1834 von Justus von Liebig erstmals hergestellt und seit 1937 unter Verwendung von Harnstoff produziert, ist das Ausgangsprodukt für sogenannte Melaminharze. Diese Kunstharze werden überwiegend industriell als Leim oder Klebstoff eingesetzt oder zu Kunststoffharzen (Aminoplaste, zum Beispiel für bruchsicheres Kunststoffgeschirr und ausgehärtete Kunststoffe) weiter verarbeitet. Der Vorteil dieser Harze: Kratzfestigkeit, Temperatur- und Feuerbeständigkeit sowie elektrische Isoliereigenschaften.