Containermarkt

Richtiger Riecher für falsche Ware

Im Mai gelang dem Zoll im Hamburger Hafen wieder einmal ein großer Coup gegen die Produktpiraterie. Nachdem bereits im April 7.500 Paar gefälschte Schuhe der Marke Adidas im Hafen sichergestellt werden konnten, gingen den Fahndern diesmal 46.000 Paar kopierte Nike-Sportschuhe ins Netz. Doch nicht nur Schuhe oder Bekleidung sind es, die mal mehr oder weniger echt aussehend unter die Verbraucher gebracht werden sollen. Auch Spielzeug, elektronische Ausrüstungen, Tabak, Alkohol sowie Medikamente erfreuen sich bei den Nachahmern größter Beliebtheit.
Auf einen Wert von knapp 100 Mio. € summiert sich die vom Zoll jährlich beschlagnahmte Ware der „Marken-Fakes”. Die Dunkelziffer nicht entdeckter Produkte dürfte allerdings nach Expertenschätzung viel höher liegen. Entdeckt werden die Fälschungen mit Hilfe sogenannter „risikoorientierter Kontrollen”. Bei ihnen handelt es sich um stichprobenartige Kontrollen von Containern, deren Risikopotential als besonders hoch eingeschätzt wird. Findet der Zoll gefälschte Ware, wird diese in der Regel anschließend vernichtet. Michael Schrader, Leiter des Hauptzollamtes Hamburg, hofft darüber hinaus auf die Nutzung der SOLAS-Daten, die in Zukunft durch das Containerwiegen ermittelt werden. Diese Daten könnten dem Zoll in Zukunft beim Auffinden der gefälschten Waren helfen. Eine rechtliche Grundlage für die Datennutzung existiert derzeit allerdings noch nicht.
China genießt den zweifelhaften Ruhm als größtes Herstellungsland von Plagiaten. Mit einem Anteil von 53,6 % an sichergestellter, gefälschter Markenware durch den deutschen Zoll lag es 2015 weit vor Hongkong mit knapp 23 %, gefolgt von Singapur (5,2 %) und Thailand (3,8 %). Die gefälschten Produkte kommen über die verschiedensten Wege nach Deutschland, ein Großteil davon per Containerschiff. Aber auch der Internethandel mit Produktfälschungen boomt, viele der im Web erstandenen vermeintlichen Schnäppchen werden dann durch den Flughafenzoll aus dem Verkehr gezogen.

Tankermarkt

Neue Routen für das „schwarze Gold”

Große Veränderungen stehen dem globalen Ölmarkt ins Haus, denn das „schwarze Gold” ändert seine Fließrichtung. Noch vor kurzem ging es für gefördertes Rohöl vorrangig in die USA, nach China, Indien und Japan, doch der Ölmarkt befindet sich im Wandel – und mit ihm verschieben sich die maritimen Handelsrouten. Zu diesem Ergebnis kommt die im Mai veröffentlichte Studie der NORD/LB in ihrem Marktreport „Shipping-Special”.
Die Nachfrage nach Ölprodukten, so die Experten, wird voraussichtlich in vielen Industrienationen im kommenden Jahrzehnt stagnieren oder gar sinken, die Entwicklung in den Schwellenländern Asiens hingegen ist entgegengesetzt: Hier dürfte der Bedarf laut Prognosen im gleichen Zeitraum um fast 45 % anwachsen. Da rund 63 % des Rohöls auf maritimen Wegen transportiert wird, sind die Rohöl- und Produktentanker zukünftig auf anderen Routen unterwegs als bislang.
Öl ist und bleibt ein Wachstumsmarkt: Laut Studie ist auch in den kommenden zehn Jahren mit einer anhaltenden, verstärkten globalen Ölförderung zu rechnen. Bereits in diesem Jahr wird die tägliche Fördermenge 91,3 Mio. Barrel betragen. Bis zum Jahr 2026 soll sie auf insgesamt 99,2 Mio. Barrel täglich ansteigen. Vor allem Nordamerika und der Nahe Osten scheinen als Katalysatoren diese Situation voranzutreiben.

Flüssiggasmarkt

Gas geben im Garten

Kaum klettern die Temperaturen in den zweistelligen Bereich, ist die Saison eröffnet: Es darf gegrillt werden. Die Deutschen lieben es, rund 95 % aller Bundesbürger besitzen einen Grill. Selbst die Autodichte kann da mit 77 % nicht mithalten. Während in den Vereinigten Staaten von Amerika ca. ein Drittel der Grillbegeisterten dem Grillgut mit Gas einheizt, schwören die meisten Deutschen (noch) auf die Holzkohle-Variante.
Denn das typische und unverwechselbare Aroma der Kohlen gehört für sie untrennbar zum Grillgenuss dazu, da nimmt man auch gern die Wartezeit fürs Durchglühen der Kohlen und den potentiellen Qualm in Kauf. Der Vorteil des Gaskontrahenten liegt vor allem darin, dass er auf Knopfdruck binnen weniger Minuten startklar ist. Würstchen, Karbonade & Co können umgehend, qualmfrei und bequem gegrillt werden. Gas ist außerdem sehr effizient und gilt auch in der Küche als optimale Lösung für Hobby- und Spitzenköche. Denn Gas lässt sich gut regulieren, das Grillgut wird so deutlich gezielter gegart als über einem Holzkohlefeuer. Ein mit Gas betriebener Grill kann allerdings (je nach Ausstattung) noch mehr: Mit ihm kann gebacken, gekocht, geschmort und gebraten werden. Das allerdings spiegelt sich dann häufig auch im Preis wieder – schnell ähnelt dieser dem einer kleinen Einbauküche.
Der Markt ist hart umkämpft. Zwar besitzen laut Marktforschungsinstitut Mafowerk in Deutschland rund 71 % aller befragten Bundesbürger einen Holzkohlegrill und lediglich 21 % einen Gasgrill, doch letzterer holt rasant auf und sorgt damit für ein beispielloses Wachstum im Einzelhandelssegment. Dies bestätigt auch Florian Preuß der Baumarktkette Hornbach. Erstmalig wurden dort mehr Gas- (60 %) als Kohlegrills (40 %) verkauft. Der Markt für Grillgeräte, -brennstoffe sowie -zubehör wuchs in den vergangenen Jahren überproportional. Laut Zahlen des Institutes für Handelsforschung (IHF) stieg der Umsatz um 50 % auf mittlerweile 1,2 Mrd. Euro an. Eine Wende ist noch nicht in Sicht.