Containerschiffmarkt

Weltweit auf Platz eins

Nie zuvor wurde so viel exportiert wie in diesem Jahrzehnt. Seit 1990 haben sich die globalen Produktausfuhren verfünffacht. Grund für Statista, eine der weltweit führenden Wirtschaftsdatenbanken, zu analysieren, welche Länder über das beste Image als Hersteller und Exporteur verfügen. Zu diesem Zweck befragte sie in Zusammenarbeit mit Dalia Research Anfang dieses Jahres rund um den Globus mehr als 43.000 Konsumenten in 52 Ländern. Damit gehört diese Studie zu einer der weltweit größten und umfassendsten im Bereich Außenhandel.
Das Ergebnis, das Ende März veröffentlicht wurde, ist höchst erfreulich: Die Welt liebt „Made in Germany”. Deutschland kann sich nun (statistisch nachgewiesen) rühmen, das weltweit stärkste Qualitätslabel für Waren und Dienstleistungen zu besitzen. Auf Platz eins landete es vor allem aufgrund seiner positiven Bewertungen hinsichtlich „Qualität” und „Sicherheitsstandards” und seiner großen Beliebtheit über viele Ländergrenzen hinweg. In 13 Ländern erreichte es den ersten Platz.
Den zweiten Platz belegt die Schweiz: Ihre Produkte werden für ihre Authentizität geschätzt und häufig als Statussymbole gesehen. Beim „Design” schnitt Italien gut ab, Japan hingegen erreichte hinsichtlich der „Spitzentechnologie” den weltweit höchsten Wert, während China erwartungsgemäß im „Preis-Leistungs-Verhältnis” herausragte.

Wirtschaft

Turbulente Zeiten zum 60. Geburtstag


Man muss die EU nicht uneingeschränkt lieben – aber egal ob man zu ihren Befürwortern oder Gegnern gehört: Die weltweite Entwicklung und globale Vernetzung lassen sich nicht rückgängig machen, und die derzeitige Tendenz einiger Länder vom „Wir-” zum „Ich-Denken” könnte sich schnell zu einem Bumerang entwickeln.
Fast genau 60 Jahre ist es her, da unterschrieben sechs europäische Länder am 25. März 1957 die „Römischen Verträge”. Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande legten damit den Grundstein für die spätere EU, die mittlerweile auf 28 Mitgliedsländer angewachsen ist. Doch kaum 60 geworden, gerät die EU in Turbulenzen: Großbritannien beschließt den Brexit, in Frankreich wettert es ebenso wie in den Niederlanden populistisch gegen die Gemeinschaft und für eine Rückbesinnung auf nationale Werte, Grenzen und Eigenbestimmung. Doch wie verführerisch manche Argumente in den Ohren der Wahlbevölkerung auch klingen mögen – z.B. weniger Bürokratie, geringere Regulierung und Zentralisierung sowie mehr Selbstbestimmung – so sprechen mindestens ebenso viele Gründe für die Europäische Union. Die Vertretung der EU-Kommission hat zum Jubiläum der Römischen Verträge sogar „60 gute Gründe” zusammengestellt, die zeigen, wie viel Positives mit Hilfe der EU bereits erreicht wurde. Die Broschüre der EU-Kommission können Sie hier downloaden.
Fest steht: Das derzeit noch einflussreiche Europa sieht schwierigen Zeiten entgegen. Noch ist die Staaten-Gemeinschaft stark und stellt den momentan größten Binnenmarkt der Welt. Ihr gehören rund 30 Mio. Unternehmen an, deren Wertschöpfung sich auf insgesamt 14 Billionen Euro beläuft. Die Frage lautet nur: Für wie lange noch – und warum ist ein „gemeinsamer starker Markt” so wichtig wie noch nie? Diese Frage lässt sich mit einem Blick auf die demografische Entwicklung unseres und anderer Kontinente beantworten: Derzeit leben noch rund 500 Mio. Menschen in der EU. Sie stellen rund 8 Prozent der Weltbevölkerung dar – mehr als die USA und Japan gemeinsam. Doch dieses Bild wird sich dramatisch verändern: Schon 2050 wird der Anteil der EU an der Weltbevölkerung auf nahezu 5 Prozent gesunken sein. Das Zitat von Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission, bringt es auf den Punkt: „Die Welt wächst – und wir schrumpfen.” Im Jahr 2100 wird sich laut der Prognose der Vereinten Nationen die Bevölkerung Afrikas vervierfacht haben – damit wäre Asien vom ersten Platz als bevölkerungsreichster Kontinent abgelöst.

Schiffbau

Stickstoffdioxid sorgt für „dicke Luft”


Die aktuellen Auswertungen der Messdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für 2016 zeigen, dass die Luft deutscher Städte immer noch zu stark mit Stickstoffdioxid (NO2) belastet ist. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde im Jahresmittel von mehr als der Hälfte der Verkehrsmessstationen in deutschen Städten überschritten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr fast 906 Mio. Tonnen Treibhausgase freigesetzt – und damit rund vier Mio. Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Hauptverursacher ist der Verkehrssektor: Über ihn wurden sogar mehr Treibhausgase ausgestoßen als 1990. Besonders negativ wirken sich die Stickoxide (und hier besonders Stickstoffdioxid) auf die Atemwege aus. Laut Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, gefährdet Stickstoffdioxid seit Jahrzehnten unsere Gesundheit: „Schuld sind in den Städten vor allem alte Diesel-Autos.” Neueste Untersuchungen (Pressemeldung vom 24.4.2017) des UBA deuten darauf hin, dass die Stickstoffbelastung sogar noch höher ist als bislang angenommen: „Unsere neuen Daten zeichnen ein deutlich realistischeres und leider noch unerfreulicheres Bild der Stickoxidbelastung durch Diesel-Pkw in Deutschland”, so Krautzberger. So deute alles darauf hin, dass auch die modernen Euro-6-Diesel – insbesondere bei kühlen Temperaturen – sechs Mal mehr Stickstoffoxide ausstoßen als erlaubt.
Beim Stickstoffdioxid handelt es sich um ein ätzendes Reizgas, das das Schleimhautgewebe des gesamten Atemtraktes schädigen und die Augen reizen kann. Als starkes Oxidationsmittel kann es zu Entzündungsreaktionen der Atmungsorgane führen – die Folge sind Husten, Bronchitis, Lungenfunktionsminderung und sogar Atemnot. Vor allem Menschen mit vorgeschädigten Atemwegen oder Herzkranke aber auch Kinder gehören zur sogenannten Risikogruppe. Die dauerhaft erhöhten Stickoxidwerte, die nun in vielen deutschen Städten festgestellt wurden, steigern das Asthmarisiko vor allem für Kinder erheblich. Sie sind besonders gefährdet, da hohe NO2-Werte langfristig ihr Lungenwachstum beeinträchtigen. Irreversible Lungenschädigungen im Alter könnten die Folge sein. Laut der Europäischen Umweltagentur sterben allein in Deutschland jährlich mehr als 10.000 Menschen vorzeitig an den gesundheitlichen Folgen der Stickoxid-Belastung.
Aus Sicht des Gesundheitsschutzes kann es laut Maria Krautzberger nicht akzeptiert werden, dass „die Kommunen keine Handhabe haben, um beispielsweise Dieselautos mit hohem Ausstoß aus den belasteten Innenstädten auszuschließen”. Denn Diesel-PKW sind es, die zu rund 67 Prozent für den Ausstoß von NO2 verantwortlich sind. Ganz davon abgesehen ist Deutschland auch gegenüber der EU verpflichtet, für saubere Luft in den Städten zu sorgen. Obwohl bei der Feinstaubemission Fortschritte zu vermerken sind, zeigt sich das UBA besorgt, denn der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Wert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde im Jahresmittel dennoch an fast einem Viertel aller Messstationen überschritten. Auch im Bereich Ozon gibt es keine Entwarnung: Allein dem wechselhaften Wetter im vergangenen Jahr ohne lang anhaltende Schönwetterperioden ist es zu verdanken, dass die gemessene Ozonkonzentration 2016 eher niedrig war. Trotzdem überschritten 21 Prozent aller Messstationen auch hier den avisierten Zielwert.