Containerschiffmarkt

Schaf? Oder lieber Ziege?

Ließe man den Chinesen die Wahl, sie fiele eindeutig zugunsten der Ziege aus. Grund dafür ist ein chinesischer Aberglaube, den Wissenschaftler sowie Politik gern etwas abmildern würden. Denn China feierte am 19. Februar seinen Jahreswechsel und mit ihm begann das Jahr des "Yang". Doch dieses Wort lässt mehrere Interpretationen zu und bedeutet soviel wie "Jahr der Ziege" (das wäre gut) oder aber "Jahr des Schafes" (das wäre schlecht). Beide Tierkreiszeichen werden mit dem Wort "Yang" bezeichnet, stehen aber leider für sehr unterschiedliche Eigenschaften. So repräsentieren die Ziegen reiche Ernten und Wohlstand, die Schafe dagegen seien zwar zahm und zutraulich, dafür aber leider kreativ- und antriebslos. Natürlich wäre den Chinesen ein "Jahr der Ziege" lieber – sowohl persönlich als auch für ihre Wirtschaft. Diese steht derzeit sehr unter Druck. Laut Spiegel Online leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter dem Abschwung auf dem Immobilienmarkt und mangelnder Fabrikauslastungen. Die Inlandsnachfrage in China ist schwach, die fallenden Preise für Rohstoffe machen sich vor allem beim Ölpreisverfall bemerkbar und führen zu einer schwächelnden Konjunktur. Bereits im November waren die Leitzinsen durch die Notenbank Chinas reduziert worden. Anfang Februar stützte sie nun bereits zum zweiten Mal in relativ kurzer Folge die Konjunktur durch die Senkung des Mindestreservesatzes um 0,5 Prozentpunkte. Für 2014 hat China sein avisiertes Wachstumsziel verfehlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte laut chinesischem Statistikamt statt der angepeilten 7,5 % nur um 7,4 % zu – in den letzten Jahren waren die Vorgaben meist weit übertroffen worden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte für 2015 sogar nur noch ein Konjunkturplus von 6,8 %. Auch der Geburtenrückgang Chinas könnte laut Experten das Wachstum der größten Volkswirtschaft Asiens noch zusätzlich beeinträchtigen. Erst Ende 2013 war von der Führung in Peking eine Lockerung der Ein-Kind-Politik verkündet worden. Seither können Paare nach Genehmigung auch ein zweites Kind bekommen. Doch statt der erwarteten 55.000 zusätzlichen Geburten in der Hauptstadt seien nur 30.000 Anträge gestellt worden. Der Grund hierfür mag in der Sorge vieler Eltern liegen, nicht ausreichend Geld für die Erziehung und Bildung eines zweiten Kindes zu haben, vermutet ein zitierter Demografie-Experte in der China Youth Daily. Bereits zuvor hatten Wissenschaftler davor gewarnt, dass die Änderungen in der Familienpolitik nicht ausreichen würden, um eine demografische Krise aufzuhalten.

Tankermarkt

Wann kommt die Ukraine zu Ruhe?

Es ist fast genau ein Jahr her, als die Situation in der Ukraine erstmals eskalierte. Am 18. Februar 2014 stürmte die Polizei den Maidan und lieferte sich schwere Kämpfe mit den Demonstranten – es starben 77 Menschen. Und es sollte nur der Anfang sein: Während die Vereinten Nationen Anfang Februar 2015 von 5.358 Todesopfern sprachen, nennt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit Berufung auf deutsche Sicherheitskreise eine ganz andere, erschreckende Zahl: 50.000 Menschen – etwa 10 mal so viele wie offiziell angegeben – sollen dem Konflikt bereits zum Opfer gefallen sein. Und noch immer ist kein Ende abzusehen. Während des letzten Krisengipfels am 12. Februar konnten sich die Beteiligten – darunter auch Angela Merkel, Wladimir Putin, Francois Hollande und der Ministerpräsident der Ukraine Petro Poroschenko – zwar auf ein Papier einigen. Doch inwieweit dieses Friedensabkommen umgesetzt wird, das unter anderem einen Waffenstillstand und den Abzug schwerer Geschütze vorsieht, ist mehr als fraglich. Mit seiner Entscheidung, den Ukrainekonflikt für eine Annexion der Krim zu nutzen, traf Wladimir Putin eine folgenschwere Entscheidung – für die Ukraine und ihre Menschen, aber auch für sein eigenes Land. Russland steckt in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise. Denn als Reaktion auf die als Bruch des Völkerrechts gewertete Einverleibung der Krim hat der Westen harte Wirtschaftssanktionen gegen den wichtigen Handelspartner Russland verhängt. Bislang konnte sich Putin allerdings einer Einnahmequelle sicher sein: Solange das Öl sprudelte, konnte es so schlimm nicht kommen. Der Absturz des Ölpreises seit Mitte des vergangenen Jahres jedoch hat Putin einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Flüssiggastankermarkt

"Mit Deinem Gefühl stimmt was nicht..."

Was sich so anhört wie ein Zitat aus einem bekannten Loriot-Sketch zum Thema Frühstücksei, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als Ergebnis einer Studie der Großbank UniCredit, zur "gefühlten Inflation" in Deutschland. In der Wahrnehmung der Verbraucher sinken die Preise derzeit auf minus 2% und unterscheiden sich damit von den offiziellen Daten des statistischen Bundesamtes, das ein tatsächliches Minus von 0,4% Inflation ermittelte. Grund dafür liegt in den derzeit niedrigen Preisen für Kraftstoffe und Nahrungsmittel. Da beide häufig gekauft werden, fallen Preissenkungen in diesen Bereichen stärker auf und prägen unser Gefühl bzgl. der Preise – so der Chefvolkswirt der UniCredit, Andreas Rees. Seit Jahresbeginn kosteten Kraftstoffe durchschnittlich 15,4% weniger als im Vorjahr. Grund hierfür ist vor allem der Verfall der Ölpreise an den internationalen Märkten. Schwer macht diese Entwicklung auch den Produzenten von Biosprit zu schaffen. So verliert der Kraftstoff E 10 – an den Tanksäulen immer noch von den Verbrauchern verschmäht – weiter an Bedeutung. 2007 sah das noch ganz anders aus, als die Tortilla-Krise in Mexiko hohe Wellen schlug. Der Hintergrund: Weil die USA Mais in biologischen Autosprit verwandelte, wurde in Mexiko die Grundnahrung knapp. Was mit der Tortilla-Krise in Mexiko begann und zur Tank-Teller-Debatte führte, scheint nun entschieden: Der Tank hat verloren. Weizen, Mais und Rüben werden wohl weiterhin stärker auf den Tellern statt im Tank landen. Das vor gut 10 Jahren in Kraft getretene Klimaschutzziel der Europäischen Union, bis 2020 in der EU 10% der fossilen Kraftstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen, lässt sich mit Biosprit jedenfalls nicht erreichen. Bereits im Oktober 2012 weichte die EU-Kommission selbst ihr bisheriges 10-Prozent-Ziel auf und erklärte, dass ein Teil des beigemischten Bioethanols nicht mehr aus Nutzpflanzen stammen dürfe, sondern aus Bioabfall wie Holz oder Stroh kommen müsste. Doch selbst, als der Preis des Ethanols noch weit unter dem des Benzins lag, genoss der Ökosprit keine große Akzeptanz bei den Verbrauchern. Zu groß war die Sorge um technische Probleme und einen höheren Motorenverschleiß. Wenngleich diese Bedenken sich als unbegründet erwiesen – laut Marion-Maxi Hartung, Sprecherin des ADAC – sei "seit der Einführung von E 10 kein einziger solcher Fall bekannt" – die Zukunft der Biosprit-Hersteller sieht nicht gut aus. So zieht nun einer der größten europäischen Hersteller des Biokraftstoffes die Notbremse. Die Südzucker-Tochtergesellschaft Crop-Energies legt die Produktion in Großbritannien vorübergehend still.