Containermarkt

Extremwetter: Bedrohung für globale Schifffahrt

Immer häufiger spielt das Wetter verrückt und sorgt für Stürme, Kältewellen, Überschwemmungen oder Waldbrände. Vor allem die sogenannten „Extremwetter” bereiten den Meteorologen derzeit zunehmend Sorgen.
Nicht einmal zwei Monate ist es her, als eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, die „Anthem of the Seas”, Anfang Februar mit 6000 Menschen an Bord in einen Sturm mit Hurrikanstärke geriet und ihre Karibikreise abbrechen musste. Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde und bis zu neun Meter hohe Wellen ließen das Inventar über Deck fliegen, vier Passagiere wurden verletzt.
Es sieht so aus, als müsste auch die Schifffahrt künftig häufiger mit „Monsterwellen und Megastürmen” auf See rechnen. Dies lässt eine Studie der Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) vermuten. In dem Papier „Safety and Shipping Review 2016” verweisen die Autoren auf die in diesem Jahr besonders intensiv ausfallenden Wetterphänomene. Diese entwickeln sich für die Versicherungsexperten zu einer wachsenden Bedrohung sowohl für die Schifffahrt als auch die weltweiten Lieferketten. Bereits 2015 basierten drei der fünf größten Schiffsunglücke auf schlechtem Wetter. Erst im Oktober vergangenen Jahres sank der ConRo-Frachter El Faro durch den Hurrikan „Joaquin” – alle 33 Crewmitglieder starben. Der Frachter mit einer Ladekapazität von knapp 18.000 Tonnen befand sich auf seinem Weg von Florida nach Puerto Rico, als sich das Unglück ereignete und der Hurrican mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Stundenkilometern das Schiff in Seenot brachte. Sven Gerhard, Global Product Leader Hull & Marine Liabilities AGCS, hält es für „besorgniserregend”, dass immer mehr und schwerwiegendere Naturkatastrophen zu beklagen und „Superstürme für Schiffsuntergänge” verantwortlich sind.

Tankermarkt

Kleines Albanien – große Ölfelder

Nicht einmal 3 Millionen Einwohner zählt das Land – dafür aber Reserven von rund 270 Millionen Fass Öl. Kaum jemand bringt den kleinen Balkanstaat Albanien gedanklich mit den größten Ölfeldern Europas in Verbindung. In Patos-Marinza, südlich der Hauptstadt Tirana, befinden sich riesige Erdölfelder. Doch von diesem Reichtum bekommen die Bürger kaum etwas zu spüren. Es gehört nach wie vor zu den ärmsten Ländern Europas. Denn nicht die Albaner, sondern das kanadische Unternehmen Bankers Petroleum besitzt die Förderlizenz für das Öl. Täglich holt es 20.000 Fass (je 159 Liter) des schwarz glitzernden Goldes aus der Erde. Doch Albanien exportiert fast sein gesamtes Öl und muss beinahe alle Ölprodukte, wie z.B. auch Benzin, im Anschluss wieder importieren. Das führt dazu, dass derzeit der Liter Benzin an der Tanksäule die Albaner 190 Lek (rund 1,35 €) kostet – und damit mehr als die Deutschen. Bei einem Mindestlohn von knapp 160 Euro im Monat und einem Durchschnittseinkommen, das bei 260 Euro brutto liegt, kann sich der Großteil der Bevölkerung diesen Luxus nicht annähernd leisten. Hinzu kommt eine Arbeitslosenquote, die derzeit bei 17,5 Prozent liegt.
Seit 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Bis 2020, so sieht es sein nationaler Plan vor, will es die europäische Integration vorantreiben. Aber wirtschaftlich gesehen tut sich das Land schwer: In den vergangenen drei Jahren blieb das Wirtschaftswachstum jeweils unter zwei Prozent. 2015 standen die Zeichen auf Wachstum, die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) rechnete für das vergangene Jahr mit einem Wachstum von rund 2,5 Prozent, das Statistische Bundesamt prognostizierte sogar ein Plus von 2,7 Prozent. Für 2016 scheint das BIP auf rund 3 Prozent anzuwachsen. Um ausreichend Beschäftigung im Land zu schaffen und damit weitere Auswanderungen zu verhindern, wäre aber ein doppelt so hohes BIP notwendig, erklärte die Weltbank vor kurzem.
Insgesamt bleibt die Entwicklung der albanischen Wirtschaft weit hinter ihrem Potenzial zurück. „In der Wirtschaft unseres Landes läuft einiges grundlegend schief”, kritisiert auch Zef Preci, der Ökonom und frühere Wirtschaftsberater des Staatspräsidenten und heutiger Leiter der Denkfabrik Albanian Center für Economic Research. Er beanstandet die enge Verbindung zwischen inländischen Wirtschaftsakteuren mit Regierung, Parlament, Justiz und Banken. Wettbewerb, Kontrolle und Transparenz ließen noch sehr zu wünschen übrig. „Eine echte Gewaltenteilung gibt es nicht, uns regieren Korruption, Veruntreuung und Vetternwirtschaft.” So wie Preci sehen es auch eine ganze Reihe von Vertretern der EU, u. a. auch Johannes Hahn, der europäische Erweiterungskommissar. Er erklärte, dass die Justizreform ein Schlüsselelement für Albanien auf dem Weg zu Beitrittsverhandlungen mit der EU darstelle. Die Rechtsunsicherheit sei es auch, die derzeit noch viele potentielle deutsche Investoren abschrecke. Deutschland ist mittlerweile der sechstgrößte Investor in Albanien. Die jährlichen Direktinvestitionen belaufen sich im unteren zweistelligen Millionenbereich.

Wirtschaft

Umschlagszahlen Hamburger Hafen

Bald wird gefeiert: Der Hafengeburtstag rückt näher. Zum 827. Mal feiert Hamburg seinen Hafen. Dieser bietet mehr als 156.000 Menschen in der Metropolregion Beschäftigung und stellt mit einer Bruttowertschöpfung von 20,5 Mrd. Euro eine Triebfeder für die gesamte deutsche Volkswirtschaft dar.
Als der mit Abstand bedeutendste Hafen Deutschlands bildet er durch seinen Seegüterumschlag die Grundlage der wirtschaftlichen Bedeutung der Hansestadt.
Ob den Betreibern des Hafens allerdings zum Feiern ist, darf nach genauer Betrachtung der vorliegenden Umschlagszahlen für das Gesamtjahr 2015 bezweifelt werden. Mit einem Seegüterumschlag von 137,8 Mio. Tonnen liegt das Gesamtergebnis um 5,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Obwohl der Massengutumschlag sein Wachstum im Hafen auch im vergangenen Jahr weiter fortsetzen konnte (45,5 Mio. Tonnen – entsprechen einem Wachstum von 5,8 Prozent) und damit für einen Lichtblick sorgte, ging der Containerumschlag auf insgesamt 8,8 Mio. TEU (Standardcontainer) zurück. Dies entspricht einem Minus von 9,3 Prozent oder rund 800.000 Containern im Vergleich zum Vorjahr – und das, obwohl die Hafenexperten 2015 eigentlich die 10-Mio.-TEU-Marke im Visier hatten. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist vom Ergebnis besonders betroffen. Ihr Umschlag ging um 12,3 Prozent auf insgesamt 6,6 Mio. Standardcontainer zurück.