Gruß zur Weihnachtszeit

Liebe Leserin, lieber Leser,

das ereignisreiche Jahr 2016 geht zu Ende. Die kleine und die große Politik überraschten uns mit Polemik, Polarisierung und denkwürdigen Wahlergebnissen, deren Folgen wir nun gespannt erwarten dürfen. Kriegerische Auseinandersetzungen im Osten Europas, im Nahen Osten und auch in Afrika sorgen für Entsetzen und Unruhe. Die Unfähigkeit der Weltgemeinschaft, diesem unseligen Treiben Einhalt zu gebieten, macht sprachlos und betroffen. Die Börsenindizes steigen dessen ungeachtet zu neuen Allzeitrekorden. Was ist die Welt doch für ein merkwürdiger Ort.
Auch in der Schifffahrt sind wir erstaunt und fassungslos, wie lange und nachhaltig die Krise – inzwischen im neunten Jahr – uns umklammert. Vermeintliche Silberstreifen am Horizont entpuppen sich bei näherer Betrachtung immer wieder als kurzes Wetterleuchten, in der Regel ohne positive Auswirkung auf Fracht- oder Charterraten. Eine auskömmliche Beschäftigung ist für die allermeisten Schiffe nicht mehr möglich. Insofern war 2016 für die meisten in der Schifffahrt tätigen oder investierten Menschen zumindest wirtschaftlich kein gutes Jahr.
Auf der anderen Seite sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, dass wir hier in Deutschland und Europa auf einem bisher nicht gekannten Standard in puncto Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben. Diesen Status gilt es, uns bewusst zu machen. Der scheidende Präsident des Europaparlaments Martin Schulz mahnte dies in seiner letzten Ansprache vor den EU-Parlamentariern eindringlich an. In Wirtschaft, Gesellschaft und Politik kommt es jetzt darauf an, die Stärken und Vorteile eines geeinten Europa zu erkennen und zu bewahren. Es geht dabei auch um die Einhaltung von Werten und um gegenseitige Wertschätzung im Umgang mit Gleich- und Andersdenkenden.

Containermarkt

„Speise der Götter”


Was wäre Weihnachten ohne Schokolade? Ohne Adventskalender, Schoko-Weihnachtsmann oder buntem Teller? Bereits die Mayas wussten Schokolade zu schätzen und nannten sie die „Speise der Götter”. Theobroma cacao lautet der wissenschaftliche Name des Kakaobaumes, dessen Bohnen uns diesen cremigen Genuss bescheren. Vor allem die Süßwaren-Industrie freut sich jedes Jahr erneut über die Beliebtheit der Schokolade zu Weihnachten: Fast ein Drittel ihres Jahresumsatzes generiert sie in den letzten sieben Wochen vor Weihnachten.
Die Geschichte der Schokolade ist alt und reicht weit zurück. Schon vor den Mayas waren es die Olmeken, die als erstes zivilisiertes Volk Amerikas bereits vor 3.000 Jahren begannen, Kakaobäume zu züchten. Später verarbeiteten die Mayas und Azteken die Kakaobohnen und stellten aus ihr ein kakaohaltiges Getränk her, das allerdings kaum Ähnlichkeit mit der süßen Trinkschokolade der heutigen Zeit besessen haben dürfte. Das damals sehr wertvolle Getränk war bitter, stark und allein der herrschenden Klasse vorbehalten. Als Medizin verwendet, sollte es der Stärkung dienen.
Durch wen und wie genau die Schokolade schließlich Europa erreichte, ist nicht vollständig belegt. Historiker nehmen allerdings an, dass der spanische Eroberer Hernán Cortés 1528 der Schokolade zu ihrem Siegeszug in Europa verhalf. 1847 wurde schließlich in England – im Zuge der Industrialisierung – die erste Tafel Schokolade maschinell produziert und so den Massen zugänglich gemacht.

Schifffahrt

Weihnacht zur See


Pünktlich zu Weihnachten kommen in Hamburg Tannenbäume an Bord geflogen... Mit schwungvollem Wurf sorgt schon seit 20 Jahren der Weihnachtsmann für festliche Stimmung bei der Mannschaft und verteilt das weihnachtliche Grün auf 50 Schiffen im Hamburger Hafen. Denn gerade zu Weihnachten klopfen sie dann manchmal doch an die Tür, die Melancholie und das Heimweh. Vor allem junge Menschen, die zum ersten Mal über die Feiertage zur See fahren, werden sentimental und leiden unter Heimweh, weiß Kapitän Klaus Thormählen, der viele Jahre selbst zur See gefahren ist. Häufig legen die Schiffe aufgrund der verkürzten Zeiten nicht einmal zu Weihnachten in den Häfen an, der normale Schiffsbetrieb läuft einfach weiter. Das kann dann auch schon einmal bedeuten, dass man bei einer Route quer über den Nordatlantik seinen Heiligabend damit verbringt, Ladung zu sichern, die sich wegen des Sturmes losgerissen hat. „Wir standen bis zu den Knien im Kakaopulver”, erinnert sich Rolf Umbach, ebenfalls ehemaliger Kapitän und mittlerweile Archivar im Haus der Seefahrt in Bremen.
Häufig werden die Schiffe zur Adventszeit von den Reedereien besonders ausgestattet, wenn die Fahrten über Weihnachten andauern. So sorgt beispielsweise ein Weihnachtsbaum inklusive Baumschmuck, bunte Teller sowie Süßigkeiten und Punsch an Bord für festliche Stimmung. Ob der Weihnachtsbaum unter Deck oder an der Spitze des Schiffsmasts befestigt wird, hängt dabei ganz vom Wetter bzw. dem Geschmack der Seeleute ab. Manchmal wird die Weihnachtstanne schon Monate zuvor an Bord gebracht. Dann ist Kühlung nötig, um bis zum 24. Dezember durchzuhalten. Also landet sie schon einmal beim Gemüse im Kühlraum. „Wenn sie dann in den Tropen aufgestellt wurde, stand am nächsten Tag nur noch das Gerippe ohne Nadeln da”, weiß Umbach zu berichten.
Ohne die christliche Seefahrt würde Weihnachten wohl lange nicht so wie heute in aller Welt gefeiert werden. Letztendlich waren es die Seeleute, die die Weihnachtsbräuche um die Welt schipperten – wie zum Beispiel die aus dem Erzgebirge stammenden Seefahrer, die den mit Kerzen geschmückten Tannenbaum um 1660 in der übrigen Welt einführten. Die Geschichte vom Nikolaus dagegen importierten holländische Seeleute 1621 nach Amerika. In Manhattten stellten sie die „Sinterklaas”-Statue zum Dank für die gelungene Überfahrt auf, denn Sankt Nikolaus ist bekanntlich der Schutzpatron der Kaufleute, Seefahrer und Kinder.